WM 2025 Sektion M in Kromolice (Polen)
- modell28
- 23. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die Weltmeisterschaft der NAVIGA Sektion M fand in diesem Jahr vom 2. bis 6. Juli in Kromolice (Polen) statt – und sie war in mehrfacher Hinsicht besonders: Zum ersten Mal wurden die Dreieckklassen und die Ovalklassen getrennt voneinander durchgeführt. Diese Änderung verkürzte die Veranstaltungsdauer auf fünf Tage und erleichterte sowohl die Organisation durch den austragenden Verein als auch die Urlaubsplanung der Teilnehmer erheblich.
Anreise und Vorbereitung
Mein Sohn Claudio und ich starteten unsere Reise am Montag, den 30. Juni, nach dem Mittag. Unser erster Zwischenstopp war Dresden, wo wir gegen 20 Uhr nach rund 700 Kilometern und 45 Minuten Stau eintrafen. Am Dienstag ging es weiter – weitere 400 Kilometer bis nach Kromolice, wo wir gegen 13:00 Uhr am Renngelände ankamen.
Nach der herzlichen Begrüßung bekannter Fahrer bauten wir unseren Pavillon direkt am Seeufer auf. Diese Lage erwies sich als besonders vorteilhaft, da man die laufenden Rennen bestens im Blick behalten konnte. Einige Teams trainierten bereits fleissig.

Eröffnung und Training
Am 2. Juli – dem ersten offiziellen Tag der WM – stand die technische Registrierung der Boote auf dem Programm. Unsere sechs Modelle durchliefen die Kontrolle ohne Beanstandungen. Anschliessend nutzten wir den Tag für das freie Training, bei dem alle Klassen gemeinsam fuhren. Hier war Vorsicht geboten, um Zusammenstöße zu vermeiden.
Am Abend fand bei schönem Wetter die offizielle Eröffnungszeremonie statt. Die Nationen wurden vorgestellt und der Bürgermeister begrüsste die Teilnehmer herzlich.
1. Renntag – 3. Juli
Der Renntag begann um 08:00 Uhr bei idealen Bedingungen: ruhiges Wasser und wenig Wind.
Claudio startete in der Klasse Minihydro stark, überrundete früh die Konkurrenz, touchierte dann jedoch ohne Fremdeinwirkung eine Boje. Dabei brach eine Karbonstrebe – das Aus. Ein ukrainischer Fahrer tröstete uns mit der bekannten Redewendung:
„To finish first, you need to finish first.“
Im anschliessenden Lauf der Klasse Hydro 1 zeigte Claudio Nervenstärke und fuhr auf Platz 2 – nur 0,7 Sekunden hinter dem führenden Chinesen. Der Leistungsstand der Junioren war beeindruckend und auf Augenhöhe mit den Senioren.
Ich selbst fuhr kurz darauf meinen ersten Hydro 1-Lauf – mit Claudio als Starthelfer. Dank seiner Hinweise konnte ich ein starkes Rennen fahren – es war sogar der beste Lauf des Tages: Platz 1!
2. Renntag – 4. Juli
Das Wetter zeigte ein Muster: ruhiger Vormittag, windiger Nachmittag – eine echte Herausforderung für die später startenden Klassen. Claudio und ich konnten in Hydro 1 unsere guten Leistungen bestätigen. In Minihydro hingegen blieben die Probleme bestehen.
Am Abend nutzten wir die Gelegenheit zum Training – die Energieeffizienz unserer Boote war dabei ein zentrales Thema: Etwa 25 % der Boote schafften die 6 Minuten Renndauer nicht, weil der Strom vorher zur Neige ging.
3. Renntag – 5. Juli
Spannung pur! Der dritte Vorlauftag war entscheidend, denn für die Gesamtwertung zählten die besten zwei von drei Läufen. Am 3. Renntag spürte man den Druck, welcher auf den Fahrern lastete gut. Für viele war es der entscheidende Lauf. In der Gesamtwertung wurden die besten zwei Läufe aus drei Läufen gewertet.
Da wird bereits 2 gute Läufe in Hydro 1 hatten, mussten wir am 3. Tag nicht alles auf eine Karte setzen und konnten die Läufe entspannt angehen.
Zwischenresultate nach den Vorläufen:
Claudio:
Hydro 1: 2. Platz ✅ Finale
Minihydro: 6. Platz ✅ Finale
Mono 1: 9. Platz ❌
Adrian:
Hydro 1: 4. Platz ✅ Finale
Minihydro: 12. Platz ❌
Mono 1: 25. Platz ❌
Am Abend wurden alle Boote gründlich gewartet. Zusammen mit unseren deutschen Kollegen liessen wir den Abend bei einem Grillfest am See ausklingen – mit Vorfreude auf die Finalrennen.
4. Renntag - 6. Juli (Finale)
Minihydro (Claudio)
Guter Start, starkes Rennen – doch ein kleiner Hüpfer auf der Geraden ließ das Boot kippen. Es landete kopfüber im Wasser. Wieder bewahrheitete sich das Motto:
"To finish first, you need to finish first."
Hydro 1 Junior (Claudio)
Was dann folgte, war wie ein Märchen:
Perfekter Start, starke Linie, kein Überholversuch des Chinesen möglich. Runde für Runde baute Claudio seinen Vorsprung aus. Nach einem mutigen Überholmanöver überrundete er den Zweitplatzierten.
Ergebnis: Weltmeister Hydro 1 Junior – mit nur 12 Jahren als jüngster Teilnehmer der WM!
Hydro 1 Senior (Adrian)
Ein chaotisches Finale:
Gleich nach dem Start Kollision mit einem querstehenden Boot. Meine Turnfin war verbogen – Korrekturen an der Fernsteuerung waren ständig nötig. Dann ein Totalschaden bei einem
chinesischen Boot – Trümmer auf der Strecke, ständige Ausweichmanöver. Doch ich blieb
konzentriert. Kurz vor Schluss blieben die beiden Führenden ohne Energie – ich zog vorbei.
Ergebnis: Weltmeister Hydro 1 Senior!
Technik & Innovation
Ein Highlight war der Einsatz der Energielimiter, die mittlerweile fester Bestandteil des Reglements sind. Besonders für Zuschauer war es spannend, live auf dem Smartphone den Energieverbrauch der einzelnen Boote zu verfolgen.
Fazit
Eine rundum gelungene Veranstaltung!
Die verkürzte Dauer auf knapp eine Woche war absolut sinnvoll – sowohl für Helfer als auch
Teilnehmer. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Dreieck-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr – erneut in Kromolice.













